Ende April, Anfang Mai bei höheren Temperaturen erwachen die vorjährigen Jungköniginnen aus der Winterstarre. An geschützten Stellen mit Frostschutzmittel im Blut haben sie auf Sparflamme den Winter überlebt. Sie nehmen Energie durch Pflanzensäfte auf und beginnen mit Erkundungsflügen um einen Nistplatz zu finden. Ist ein geeigneter Platz gefunden (Baumhöhle, künstlicher Nistkasten, Mauerhohlraum) beginnt die Königin mit dem Nestbau. An einem Stiel, von der Decke hängend, baut sie bis zu 50 sechseckige Zellen mit der Öffnung nach unten. In jede Zelle legt sie ein Ei aus der nach einigen Tagen die Larven schlüpfen. Bis zur Verpuppung werden sie von der Königin allein gepflegt. Sind die ersten Hornissen (alles weibliche Insekten) geschlüpft übernehmen diese mehr und mehr alle Arbeiten. Die Königin hat damit die gefährlichste Zeit überstanden und fliegt nicht mehr aus. Die Arbeiterinnen erweitern das Nest mit weiteren Waben (Tellerwaben untereinander mit den Zellenöffnungen nach unten) und übernehmen die Nahrungsbeschaffung und die Brutpflege. Das Nest kann bis zu 700 Tiere zählen, und 70 cm hoch werden. Bei Raummangel können Hornissen Filialen bilden. Der Grundstoff für das Nestmaterial ist durchgekautes Holz mit Speichel vermischt. Das Hornissenvolk erreicht seinen Höhepunkt Mitte August/ September. In diese Zeit fällt die Vermehrungsphase, die Jungköniginnen schlüpfen und auch  die männlichen Hornissen (die Drohnen aus unbefruchteten Eiern). Jetzt setzt der Niedergang des Volkes ein, die Arbeiterinnen kümmern sich vorzugsweise um die neuen Geschlechtstiere und vernachlässigen die alte Königin. Nach der Paarung mit den Drohnen suchen sich die begatteten Jungköniginnen einen Überwinterungsplatz. Die alte Königin hat schon lange das Nest verlassen und ist gestorben, auch die Drohnen sterben, das Nest löst sich auf, die Arbeiterinnen überleben die ersten Fröste nicht. Im nächsten Jahr beginnt der Zyklus neu

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